Blog 4: Wieviel Bearbeitung braucht ein Bild?

Jeder Fotograf kennt das vielleicht: Man macht ein Bild, es sieht schon mal “ziemlich gut” aus und in der Bildbearbeitung will man das Maximum rausholen.

Leider wird das Bild dann aber völlig überbearbeitet. Die Lichter brennen aus, in den Tiefen sind keine Details mehr erkennbar. Bei der Beauty- Retusche werden die Augen zu stark betont, die Haut wird regelrecht “glattgebügelt”. Und diese Bearbeitung sieht man auf dem ersten Blick.

Noch bevor ich ein Bild mache, überlege ich mir wie das Bild aussehen soll. Das heißt in dem Moment wo ich das Bild mache, weiß ich schon wie das fertige Bild aussehen soll. Auch was für ein Bild es wird. Wird ein klassisches Portrait, wird’s ein Ganzkörper- Portrait usw.
Und auf die Idee hin wird das Bild anschließend bearbeitet.

Unretuschiert
Retuschiert

Mit dem Model sollte im Vorfeld auch abgeklärt werden, ob Muttermale und ähnliches bei der Retusche erhalten bleiben sollen oder nicht. Markante Merkmale, die zu einer Person gehören sollten natürlich erhalten bleiben. Aber kleine “Makel” wie Pickel und ähnliches sollten schon entfernt werden.

Worauf sehr zu achten ist ist die Bearbeitung mit dem Verflüssigen- Werkzeug. Mit dem Werkzeug kann ich in Photoshop den Körper eines Menschen verändern. Allerdings sollten hier nur ganz minimale Veränderungen durchgeführt werden. Sei es die Nasenkorrektur und die Größe der Augen. Wenn ich solche “Korrekturen” durchführe, dann in einem Ausmaß, dass diese aber nicht sichtbar sind. Denn mit solchen Veränderungen kann ich stark in die Persönlichkeit eines Menschen eingreifen. Und wenn das Model sich meine Bilder ansieht, möchte das Model sich auf den Bildern aus Wiedererkennen.

Oftmals ist in der professionellen Bildbearbeitung weniger mehr. Und auf einem guten Bild erkennt man manchmal nicht ob es bearbeitet wurde oder nicht.
Natürlich gibt es auch Bilder auf denen es deutlich sichtbar ist, dass retuschiert wurde. Sofern dies aber Absicht war und das Bild im Ganzen entsprechend gut aussieht, ist das auch gut.
Aber in der normalen Beautyretusche sollte der Betrachter nicht sehen, ob ein Bild bearbeitet wurde oder nicht.

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